ISTI Hinweise für die Verhinderung sexuellen Vergehens von geistlichen

 

6. Juni 2000, ISTI National Conference, Saint John’s Abbey and University, Collegeville MN 56321 USA

320.363.3994 -- isti@csbsju.edu

 

     Wenn ein Individuum von irgendeiner Gemeinschaft in seiner Redlichkeit versagt, sind alle Ofper, und alle leiden.  Nirgends ist dieses Prinzip deutlicher, als wenn Kleriker ihre Führungsrollen kompromittieren und das Vertrauen der Gemeinschaft durch standeswidriges sexuelles Verhalten enttaüschen.  Die Herausforderung an unsere Glaubensgemeinschaften ist, daß sie alles Mögliche machen müssen, alle solche Handlungen zu verhindern, die die Würde und Redlichkeit eines anderen erschüttern.  Sie müssen auch der Notwendigkeit der Heilung wegen vergangener Geschehnisse ins Auge sehen.  Dieser enormen Herausforderung kann man sich nicht durch Heimlichkeit und Isolierung stellen sondern durch enge Zusammenarbeit zwischen den Professionen -- Medizin, Pschiatrie, staatliche Sozialleistung und Religion -- und durch sorgfältiges Hören vis-à-vis denen, die durch den Mißbrauch von Macht und Vertruaen sexuell verletzt werden.

            Personen und Gaubensinstitutionen profitieren allmählich alle davon, wenn sie offen zusammenarbeiten, um die konstruktive Änderungen realisieren, die notwendig für die Heilung und die Verhinderung sind.  Durch Angst dürfen wir nicht beherrscht werden, so dürfen wir auch nicht durch Unwissenheit getröstet werden. Die Heilung der Gemeinschaften und die Verhinderung vom sexuellen Mißbrauch benötigen deswegen glaubensvolle Reflektion und andauernde Aufmerksamkeit inmitten der Glaubenstraditionen und Konfessionen, um die geeigneten Schutzen aufzubauen und die menschliche Würde zu schützen.  Wir müssen auch unser Verständnis erweitern, unsere Angreifbarkeit zu prüfen, und unsere Redlichkeit zu stärken.

Als Minimum erfordern die Heilung der Gemeinschaft und die Verhinderung von Vertrauensmißbrauch innerhalb der Glaubensgemeinschaften und Glaubensystemen:

1.  ein regelmäßig aktuallisiertes Dokument für Politik, das ausdrücklich profesionelle Maßstäbe und Handlungserwartungen setzt, und das ein Aufsichtsstruktur und Verantwortlichkeit bei allen Ebenen der Seelsorge wie auch ethische Normen in der Führung von geistlichen Ämtern einschließt.  Deises leicht erhältliche, breit gelieferte öffentliche Dokument soll Verfahrensweisen einschließen für a) das Berichten von behaupteter Mißhandlung, b) darauffolgende unparteiische Enthüllungsprozesse, und c) Unterstützung für das Opfer und für seine Familie und seine Freunde, d) geeignete Unterstützung einer Person, die von dem Opfer gewählt wird und e) Hilfe für die Gemeinschaft.  Alle, die verantwortlich sind, die Politik in die Praxis umzusetzen, brauchen systematische Ausbildung im voraus.

2.  ein Ausbildungsprogramm für geistliche und nichtgeistliche Führer unserer Glaubensgemeinschaften, das ein solides und positives Vertändnis von Sexualität fördert wie auch eine Fähigkeit fördert, Gemeinschaftsmitgliedern und Peer-Group-Mitgliedern zu helfen, die bei der Weiterentwicklung von sexueller und geistlicher Gesundheit Hilfe suchen.

3.  für geistliche und nichtgeistliche Führer ein laufendes Pflichtausbildungsprogramm, das persönliche Grenzen, Redlichkeit in Verhältnissen, beruflichen Anstand und verantwortungsvolle Selbstsorge bei Führung von geistlichen Ämtern betont.  Ein solches Programm schließt auch die juristischen Folgen von Mißhandlung ein, wie auch Fragen des Geschlechts, der Macht, der Führung und der psychologische Übertragung und Genenübertragung.

4.  ein laufendes Bildungsprogramm für Gemeinschaften, in dem man lernt, die Gesundheit zu verstehen und unterstützen, das Risiko zu reduzieren, und die Sicherheit in unseren Glaubensgemeinschaften aufzubauen.  Dieses Programm soll Verhaltensweisen für pastorale Aufsicht, Berichte und Verantwortlichkeit einschließen.  Das Programm soll den Gläubigen auch auf unpassende pastorale Verhaltensweisen aufmerksam machen.

5.  eine schriftliche Verfahrensweise fürs Berichten und Behandeln von Vorwürfen des pastoralen Mißhandelns und für das Mitteilen passender Informationen innerhalb der Gemeinschaft.  Diese schriftliche Verfahrensweise schafft eine systembreite Verhaltensnorm nach den Disziplinarmaßnahmen.  Es ist unentbehrlich, daß dieses Dokument interne Verantwortlichkeit für die Praxis des Berichtens schützt.  Es muß auch die Sicherheitsbedürfnisse des Opfers betonen, einschließlich eines unparteiischen Befürworters, der notfalls auch körperlich den Opfer begleitet.

6.  Unterstützung für die Opfer und ihre Familien und Freunde -- Unterstützung, die die Affirmation zeigt, auch wenn diese Personen keine Gemeinschatsmitglieder sind.  Die Opfer brauchen sofortige und direkte Kommunikation mit passenden Ebenen der Führung innerhalb der Glaubenstraditionen.  Die Opfer brauchen andauernde Befürwortung, um bei allen Umständen die Opfer-Enthüllungsverlauf zu erleichten, explizite pastorale Affirmation, finanzielle Unterstützung und andere Ressourcen ihrer Gemeinschaften.  Sie brauchen andauernde Hilfe bei der Anspruch von persönlicher Sicherheit und persönlichem Wohlbehagen.  Das Ziel hier ist eine Wiederherstellung von Vertrauen, Aufnahme in die Gemeinschaft und Erziehung über das Opfersein, um das weitere Risiko zu vermindern.

7.  eine Politik, die bestätingt, ein Täter muß nach rechtsmäßigem Verfahren entfernt werden, wenn es authorativ entschieden worden ist, daß ein Vertoß gegen jemanden geschehen ist.  Strukturelle Versicherungen müssen im Gang gesetzt werden, alle gegenwärtigen und zukünfigen Gemeinschaftsmitglieder von weiteren Mißhandlungen zu schützen.  Diese Politik soll die Mittel suchen, durch die die Täter identifiziert werden können, auch wenn sie die Glaubensgemeinschaft verlassen.

8.  andauernde, gründliche Analyse von jedem Fall des sexuellen Mißbrauche, um das Lernen zu erhöhen und die systematisachen und personlichen Gründe des standeswidrigen Verhalten zu reduzieren.   Das Vertrauen gegenüber den religiösen Traditionen und ihre Führung wird durch eine solche Analyse auch gestärkt.  Die Konfessionen und die therapeutische Gemeinschaft sind dazu ermuntert, die Akten über sexuelle Mißhandlung von Klerikern für die Forschung und weitere Aufsicht zur Verfügung zu stellen.

ISTI empfiehlt der Führung aller Glaubenstraditionen -- bei allen Ebenen der Verwaltung und des Pastoral-oder Erziehungsdienstes -- ihre Politik und Verfahrensweise zu überprüfen wie auch ihre Einstellungen im Lichte dieser Richtlinien, empfohlen für das Wohlbehagen von Gemeinschaften und Glaubensinstitutionen.

Übersetzung: Mark Thamart; Interfaith Sexual Trauma Institute, Roman Paur, Executive Director